Chor "Die Untertanen" verwirrte und begeisterte von Marie Rademacher

NORDKIRCHEN - Der erste Blick in das Programmheft stiftete bei den meisten Besuchern des Konzerts zunächst einmal Verwirrung.

Da schien etwas durcheinander geraten zu sein. Kreuz und quer schwirrten unter den Titel „Dran bleiben!“ Buchstaben über die Blätter, scheinbar unbeabsichtigt waren die Songtexte in-, manchmal sogar übereinandergeschrieben. Zu konsequent schienen die "Fehler" aber auf den zweiten Blick: War dieses verwirrende Layout vielleicht doch absichtsvoll, hatte der Wahnsinn Methode?Spätestens als der Chor "Die Untertanen", zu dem dieses Programmheft gehörte, auf die Bühne tat und ohne ein Wort der Einleitung sofort mit dem ersten Lied begann, war klar: Irgendetwas an diesem Chor ist anders - nicht allein das Programmheft.Viele FacettenSchauspielend und singend auch in eine Art Sprechgesang trugen die rund 30 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Rüdiger Schrader-Tönnißen Lieder vor, von denen kein einziges eingängig daherkam, geschweige dann als bekannt hätte vorausgesetzt werden. können. Mal ironisch-beißend, mal sozialkritisch, mal traurig und nachdenklich - das Repertoire des Chores aus Münster zeigte sich am Samstag mit vielen Facetten. Verstörend war das Konzert zunächst, weil es so anders war. Aus dem gleichen Grund aber war es auch ungeheuer unterhaltend, witzig und einen zweiten Blick auf jeden Fall wert.